Portugal

     

Portugal.

 

Portugal

In der Nacht zum Sonntag bleibt es trocken und klar aber mit 8 Grad doch recht kalt. Um etwa 1:30 ist die Müdigkeit recht groß. Ich drehe bei und drifte mit etwa 1,5 Knoten nach Süden. zur Küste sind es etwa 7 Meilen. um 5:30 geht es wieder auf Kurs und mit Rückenwind von etwa 10 Knoten geht es Richtung Leixoes nahe Porto in Portugal. Der Himmel ist Blau und die Sonne bringt die Temperatur auf 14 Grad. Von hinten erwischt mich eine heftige Hagelfront mit Windböen von 30 und mehr Knoten. Ich hole die Segel  runter und als ich wieder im Cockpit war hatte dieses sich bestimmt 10 cm crusheis gefüllt. Es sind nur noch 5 Grad auf dem Thermometer zu lesen. Der Spuk ist nach einer Stunde vorbei.

Mit dem letzten Tageslicht erreiche ich die Marina.

Am Montagmorgen klopft ein freundlicher Marinero ans Boot und bittet um einen Besuch in seinem Büro. Alle Papiere werden kopiert. Ich liege direkt durch die Kaimauer geschützt an einem Schwimmsteg. In der vergangenen Nacht frischte der Wind auf 25 Knoten aus west bis Südwest auf. Es gibt viel Regen an diesem Tag.

Ich habe nach mehrstündigem Motorgebrauch etwa 5 Liter Wasser in der Motorbilge, das heißt, ich habe ein Leck. Durch die Dichtung am Flansch vom Seewasseranschluß an den Wärmetauscher sickert pro Sekunde ein Tropfen  Ich baue die Dichtung aus und finde im Bordfundus eine Gummidichtung von der Kloopumpe. Nach der Montage war es nicht ein Tropfen pro Sekunde, nein, tausende! Ich gehe auf einkaufstur in Leixoes. Der vom Marinero empfohlene Schiffsausrüster hat sowas nicht am Lager. Er schickt mich einige hundert Meter weiter zu einem Speziallisten.

Auf dem Weg dorthin schaue ich in den 15 qm Laden eines weiteren Speziallisten. Er verkauft und stellt Gummibekleidung für die Fischer her. Hier kann ich hoffentlich mein „ständig kalte Füße“ Problem abhelfen. Ich erkläre dem Chef mein Problem, übrigens sprechen sehr viele Portugiesen englisch,  er stellt mir ein paar stiefel nach vorherigem Blick auf meine Füße auf den Tresen. Ich probiere an, passt. Einpacken, obrigado und by.

Auf meine Frage beim Dichtungsspezialisten nach seinen englischen Sprachkenntnissen trifft mich sein „no“  hart. Mit den Erfahrungen aus deutschen Baumärkten, was, wofür, welche type, Artikelnummer, Ersatzteilnummer…haben wir leider nicht, ich sehe meine Chancen auf eine neue Dichtung schwinden.

Ich packe den Rest der Dichtung aus meinem Rucksack und übergebe sie dem Mann hinter dem Tresen. Der dreht sich um, greift in ein Regal, und hat ein packet Dichtungen in der Hand. Perfekt, genau passend. Ich bin perplex. Er tippt 1,37 € in seine Kasse und ich erhöhe auf 3 Stück.       

Dienstagmorgen, nach dem Einbau alles Dicht, so auch die Marina Tankstelle. Meinen Wunsch nach Diesel konnte ich dann an einer 600 Meter entfernten Tankstelle befriedigen. Ein hundertzwanzig Liter fanden denn per Schubkarren und Kanister den weg in den Tank von Nes-Puck.

Am Nachmittag wanderte ich dann an der Neubaupromenade des Atlantiks entlang zum Supermarkt. Alles ziemlich neu und vom feinsten aber deutliche Zeichen der Krise: „ A Vende“ steht in vielen Fenstern.

 

Fast ständige Begleiter, Delphine ohne Ende

 

 

Am Mittwoch den 1. Dezember, der Südwest Wind lässt ein Fenster bis Samstag, starte ich, weiter nach Süden. Nordost ist angesagt mit Schauern und Gewittern. Es bleibt aber trocken und teilweise sonnig. Erst in der Nacht habe ich damit zu kämpfen. Der Wind hat zugelegt und kommt nun aus Nordwest. Etwa eine Stunde nach Mitternacht drehe ich bei und schlafe einige Stunden. Donnerstag am frühen Abend aber im Dunkeln erreiche ich den Hafen von Peniche am cabo …fällt mir grad nicht ein…  

Einhundertfünfundzwanzig Meilen sind nun mehr auf dem Tacho. Nach drei Ehrenrunden im Hafenbecken und keiner Spur einer Marina liege ich vor Anker in einem Mooringfeld mit weiteren 5 unbewohnten Booten. Ankerwache eingestellt und ab in die Koje. Gegen Mitternacht bummst es kräftig an Backboardseite. Ich springe aus dem Bettschaue aus dem Fenster und sehe es nicht, dass schiff welches mich rammt. Ich gehe an Deck und schaue an der vermuteten crashstelle nach. Eine etwa ein Meter durchmessende, schwarze, Stahlkugel, verwendet als Mooringboje. wollte mir nicht ausweichen. Ich hatte aber absolut keine Lust den Anker aufzuholen und einen neuen Platz zu suchen. kurzerhand band ich die 15 cm aus dem Wasser schauende „Boje“ am Schiff fest.

Ich verlasse den Hafen um 9:30 Uhr. Nachdem es in der Nacht mit 25 Knoten geblasen hatte war es am Morgen ruhig und nur leichter Wind aus nördlichen Richtungen half dem Motor.

 Peniche im Morgenlicht

Um 19 Uhr laufe ich in die Marina von Oreiras, direkt hinter den Flußmündungsfeuern des Rio Tejo, etwa 7 Meilen westlich von Lissabon ein.

Nachdem ich an einem Schwimmsteg festgemacht hatte kamen 2 Marineros und empfahlen mir wegen des heraufziehenden Südweststurmes einen anderen Liegeplatz. Sie halfen mir beim verholen und dann die doch recht genaue Prozedur wie in Leixoes.

Der Südwest kommt wie vorhergesagt am Samstag und zwar heftig, im Hafen messe ich 45 Knoten.

Die Wellen steigen über die Hafenmauern.